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Willkommen in der Hölle

Nachdem wir den Hwange National Park verliessen, war es soweit und unsere vorletzte Destination in Zimbabwe stand an: der Besuch von Victoria Falls.

Wir waren uns bereits zu Beginn unserer Reise sehr sicher, dass wir die Fälle nicht besichtigen wollen. Zu touristisch schien uns der Platz – mit all den damit einhergehenden Konsequenzen.

Da uns viele Menschen in Zimbabwe dazu rieten, die Fälle zu besichtigen und auch Al und Gail der Meinung waren dass es sich trotz allen Trubels lohnen würde, entschieden wir uns – erneut gegen unser Gefühl – dazu nachzugeben und machten uns auf, um Victoria Falls zu erkunden.

Höre auf deinen Bauch – immer

Es kam wie es kommen musste. Der Kulturschock war für uns einfach zu gross – da, wo uns eben noch unglaublich liebe, sensible und freundliche Menschen umgaben, standen wir nun berechnenden, bettelnden und betrügenden Menschen gegenüber. Die Fratze der Geldgier war allgegenwärtig und wir empfanden den Ort als abstossend.

Sonja hatte nach unserer Ankunft Hunger und hatte Lust, ein grünes Curry mit Reis beim Thai Restaurant als take away zu kaufen. Guido blieb im N1 Hotel und baute das Camp auf.
Eine kleine Schüssel Curry und Reis, den man extra kaufen musste, kostete am Ende soviel wie 144(!) Avocados der Grösse einer kleinen Honigmelone- bei den Verkäuferinnen auf der Strasse gekauft. Lustig war zudem, dass sie selbstverständlich nur US-Dollar als Währung akzeptierten und die eigene Landeswährung nicht angenommen wurde.

Das „Three Monkeys“ Restaurant ist hingegen empfehlenswert. Wir waren dort am zweiten Abend essen und hatten das Gefühl ein ordentliches Preis-/Leistungsverhältnis zu erhalten.

Hat jemand die Fälle gesehen?

Die Fälle selbst führten soviel Wasser, dass wir am Morgen, als wir sie besichtigten, an den „Main Falls“ nur eine gleissende weisse Wand sahen. Die Gischt wurde von hinten durch die Sonne angestrahlt und das führte dazu, dass wir Nichts von den Fällen selbst sahen. Ein Neuseeländischer ca. 80 jähriger Tourist raunte ein „awesome“ vor sich hin und als wir uns im Gespräch erkundigten, was genau er so toll fand, erfuhren wir dass er es sehr beeindruckend fand Nichts zu sehen und geblendet zu werden.
Jeder Jeck ist anders…

Als wir uns am nächsten Morgen aufmachten in den nahen Zambezi National Park zu reisen und vor unserer Rückkehr nach Namibia noch zwei Tage faul am Ufer des Zambezi zu verweilen, waren wir froh, den Trubel hinter uns lasen zu können. Die Lehrstunde, nicht auf unser eindeutiges Gefühl gehört zu haben, war eindeutig und im Fall Victoria Falls teuer – 2 Übernachtungen auf einer Campsite in der Stadt, ein Abendessen mit Wein für Zwei, ein Snack am Mittag, eine Portion Thai Curry und der Eintritt für zwei Personen an den Fällen hat uns mehr als 300 USD gekostet.

Am Zambezi liessen wir noch einmal die Seele baumeln, bevor wir das Land in Richtung Namibia verliessen.
Hier wurde uns nun endgültig klar, dass wir uns dem Ende unseres Afrika Trips mit grossen Schritten nähern.

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