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Wir erreichten Hwange National Park

Der Hwange National Park ist zusammen mit Mana Pools der bekannteste National Park in Zimbabwe. Er liegt südlich bis südöstlich von Victoria Falls und ist der von dort am einfachsten zu erreichende National Park und profitiert entsprechend.
Wir entschieden uns, den Park über das Main Camp zu betreten (es gibt insgesamt drei Eingänge) und uns – wenn möglich – südlich davon aufzuhalten.

Es gibt einige sogenannte „Exclusive Campsites“ die allesamt über Harare gebucht werden. Wir fuhren einfach zum Gate, fragten nach ob und wenn ja welche Campsites verfügbar waren und konnten am Ende die „beste“ Campsite mit einer Ersparnis von 60% buchen. Zunächst hiess es „sorry but these Campsites are all fully booked“. Guido packte seinen Charme aus, flirtete mit der Dame im Office, erzählte ihr noch wie toll ihr Land ist und schon hiess es: „Let me have another look – maybe I can do something for you.“

Bingo 🙂

Wir machten uns auf den Weg ins Ngweshla Camp und freuten uns über das was wir unterwegs sahen. Der Park ist definitiv anders und hat uns sehr gut gefallen. In Teilen erinnerte er uns an Ostafrika mit den Savannen und dem hohen, trockenen Gras. In anderen Bereichen fanden wir Mischwald vor oder wie üblich Mopanewälder.

Es gibt dort ganz hervorragende Wege abseits der Hauptroute, die gut befahrbar sind und durch die Wälder führen. Wir hatten dort ganz wunderbare Erfahrungen mit den grauen Riesen – was sonst 🙂

nächtliche Action garantiert

Dieser Teil des Hwange ist zudem Heimat der „Presidential Elephants“ – eine tolle Geschichte einer tollen Frau die für eine Herde Elefanten kämpfte. Die ganze Dokumentation gibt es hier zu sehen.
Sehr sehenswert!!

Die erste Nacht war extrem laut und voller Aktivitäten. Wir hörten drei Löwen die ganze Nacht im Abstand von etwa 15-20 Minuten brüllen. Das letzte Mal hörten wir sie um 05:50 Uhr am Morgen, wobei einer von ihnen sich etwa 500-800 Meter entfernt aufhîelt und wir die Richtung sehr deutlich festlegen konnten. 20 Minuten später machten wir uns auf den Weg aber es gelang uns nicht sie zu finden. Egal was wir taten – sie blieben unsichtbar.

Drei Lodgefahrzeuge kamen hinzu und gemeinsam sahen wir Spuren des gesamten Rudels am nahen Wasserloch. Sie hatten kleine Junge dabei und sie spielten dort und ruhten sich aus. Es gelang uns mit vier Fahrzeugen nicht das Rudel aufzuspüren.

Unser Fluch, einen Löwen den wir Nachts brüllen hörten am Morgen auch wirklich zu finden, blieb bestehen. Wir schafften es erneut nicht – das kann ganz schön frustrierend sein. Grandiose Elefantenbegegnungen trösteten uns darüber hinweg.

umzingelt

So befuhren wir beispielsweise am Nachmittag den Weg durch den Wald und trafen auf mehrere Kühe mit ihren Kälbern. Kurz vor Ende des Waldes stand ein Jungbulle im Weg und machte sich daran, Früchte von einem Baum zu schütteln. Das Ganze erfolgt so, dass der Rüssel eingeklappt wird und der Baumstamm zwischen die Stosszähne genommen wird. Dann drückt der Elefanten mit dem Kopf ruckartig gegen den Stamm und schaut was passiert. In seinem Fall fielen unzählige Früchte vom Baum und es rieselte Blätter.

Die Früchte waren schnell verspeist doch zu akzeptieren, dass irgendwann keine Früchte mehr verfügbar sind, ist nicht immer so einfach. Selbst riesige Äste die herunterkrachten, konnten ihn nicht abhalten es nochmals und nochmals zu versuchen.

Wir standen etwa 10 Meter daneben, hatten den Motor aus und beobachteten das Schauspiel. Es gesellten sich drei weitere Jungbullen hinzu und der Kampf um die Früchte konnte beginnen. Weitere Bäume wurden „gecheckt“ und es vergingen keine fünf Minuten als wir plötzlich von der gesamten Herde umzingelt waren. Es gab kein Vor und kein Zurück mehr.
Es waren viele Kühe mit ganz kleinen Kälbern dabei und wir hatten das Glück, dass alle sehr entspannt waren. Sie bemerkten uns, überprüften die Situation und stuften uns wohl als unproblematisch ein, denn sie liefen um unser Auto als wären wir Teil des Waldes.

Etwa 45 Minuten konnten wir diese wunderbare Situation geniessen, bevor sie weiterzogen und wir uns auf den Weg machten um erneut nach den Löwen zu schauen.

Unterwegs stiessen wir auf eine grosse Herde Büffel und wir werteten das als gutes Zeichen doch es sollte uns bis zum Ende unseres Aufenthaltes verwehrt bleiben, die Löwen zu finden. Sie schienen wie vom Erdboden verschwunden zu sein, denn auch sämtliche Guides der diversen Lodges kannten nur eine Frage: „Where are the Lions?“

Zum Abschluss sahen wir am Wasserloch vor unserer „Haustüre“ einen Martial Eagle, wie er einen „White Stork“ verspeiste (dieselben die in Deutschland und der Schweiz nisten) und am nächsten Morgen sass er noch auf demselben Baum und liess sich nochmals bereitwillig von uns anschauen und fotografieren.

Wir verliessen den Hwange am nächsten Tag, besuchten die Painted Dog Conservation (Painted Dog = Wild Dog) und verliessen den Ort sichtlich beeindruckt mit einigen Ideen, wie wir sie unterstützen könnten und machten uns auf den kurzen Weg in eine nahegelegene Lodge mit Campsite, wo wir noch eine Nacht ausspannten bevor wie uns dem Trubel von Victoria Falls stellen wollten.

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